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Kurt Tucholsky |
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Es gab fünf gefürchtete Kritiker im Berlin der zwanziger Jahre,
sie waren verschieden und doch einander ähnlich: Peter Panter,
Theobald Tiger, Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel - Kurt Tucholsky.
Sie waren alle einer. Dieser eine mit seiner fünffach gefederten Feder schuf nicht nur Lottchens Liebe und Wendriners Schmerz; von ihm kamen Buch- und Theaterkritiken, kamen bittere Satiren. Schloss Gripsholm ist 1931 erschienen und wurde von Kritikern aller Richtungen abgelehnt. Den Lesern hat es gefallen, und es gefällt ihnen heute noch. In der scheinbar heiteren "Sommergeschichte" hat Kurt Tucholsky privates Glück vor dem Hintergrund einer Vision der Zerfleischung zu gestalten versucht. |
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Die Internatshexe, Frau Adriani, ist der lebende Beweis der These:
"Menschen haben immer Menschen gequält". Die Befreiung wenigstens
einer ihrer Opfer ist für Tucholsky ein Akt der Nächstenliebe. Kurt Tucholskys letzten Lebensjahre sind erfüllt von Widersprüchen. Wie in Schloss Gripsholm waren heitere Leichtigkeit und niederdrückende Bitternis in seinem Alltag eng benachbart. Häufiger und lauter erklangen Signale des Lebensüberdrusses und der Todessehnsucht, obgleich er von Schweden aus noch immer Anteil nahm am politischen Kampf in Deutschland. Er war fast noch ein junger Mann - mit 45 Jahren -, als er 1935 in den Freitod ging. Seine Lebensuhr war vielleicht schon 1932 abgelaufen, als er aufgehört hatte zu schreiben. Da waren die Nazis noch nicht an der Macht, da war er noch nicht ausgebürgert und seiner Leser noch nicht beraubt. Viel spricht dafür, dass er damals schon diese Leser, dieses Land, dieses ganze Leben satt hatte. |