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Armut in Berlin |
2004 - Berlin ist armDie nachfolgenden Bilder zeigen, wie es in Berlin um 1900 war. Damals mussten die Mütter Kohlen herankarren, heute müssen sie im Sozialamt Schlange stehen. |
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| In Berlin leben - laut Zeitungsartikel vom 24.06.04 - 533.000 Menschen unter der Armutsgrenze.
Die Dunkelziffer ist sicher höher.
Jeder 6. Berliner hat weniger als 606 Euro im Monat zum Leben.
Welch ein Vergleich zum Marktwert unserer Politiker
für einen Vortrag (siehe "Teure Politiker")! Nun sind die Europawahlen beendet, und die neu gewählten Parlamentarier haben nichts besseres zu tun, als sich um ihre Diäten zu streiten, wie die "Berliner Morgenpost" berichtet hat. Man will jetzt für alle monatlich 8.000 Euro. Laut Definition der Europäischen Union sind solche Menschen arm, die nur über die Hälfte oder weniger des aktuellen Berliner Referenzeinkommens von 1.213 Euro verfügen. Für einen Drei-Personen-Haushalt liegt die Armutsgrenze bei 1.333 Euro. Die Zahlen sind ja alle ganz schön. Bloß, muss es heutzutage Kinder- und Altersarmut geben? Vodafon kann mehr Steuern einsparen oder zurückerhalten, als Finanzminister Eichel in seinen Haushaltsvorschlag 2005 für Neuinvestitionen angesetzt hat. In Berlin wird die Schere zwischen armen und reichen Stadtteilen immer größer. Sogar die Lebenserwartung ist extrem unterschiedlich. Es gibt fünf Jahre Differenz zwischen den armen und den reichen Stadtteilen. Besserverdienende ziehen von sozial schwachen Gegenden weg. Wer sein "Quartier" auswählen kann, sucht den "besten Sozialindex". Er wird also nicht in die Marzahner Straße in Hohenschönhausen oder in die Gegend rund um das Rathaus Neukölln, in die Stadtbezirke Kreuzberg, Wedding und Tiergarten ziehen wollen. Er wird die Bezirke Zehlendorf, Köpenick, Steglitz, Wilmersdorf und Treptow bevorzugen und gern nach Spandau in die Straße Alt-Gatow ziehen. Ich freue mich für jeden, der sich das leisten kann und bin traurig über die, die sich das soziale Umfeld nicht ermöglichen können. Unsere Kinder sind alle lange flügge, die Eltern auch verstorben. Also unsere Wohnung ist für's Alter zu groß. Wo finden wir nun unsere letzte "Altersbehausung"? Ziehen wir in die Bezirke mit der geringeren Lebenserwartung, damit unsere Rente schon 5 Jahre früher eingespart werden kann? Das wäre doch eine gesamtgesellschaftliche Leistung! Wir müssen nun unsere karge Rente und Ausgaben neu berechnen, um uns einen Wohnsitz laut "Sozialstrukturatlas" auszuwählen. Na ja, wir haben die freie Wahl. Das ist das Glück der Freiheit. Auch beschäftigen mich Fragen, wie: "Werden unsere Kinder ihre Arbeit behalten können? Werden unsere Enkel eine Lehrstelle und später Arbeit bekommen und behalten? Wird die Kinderarmut weitergehen? Was wird aus unseren Urenkeln? Müssen wir die Geburtstage unserer Kinder, Enkel und Urenkel ausfallen lassen?" Das beste wird sein, wir gewinnen im Lotto. Nur leider: Wir bezahlen die Lottogebühren jetzt in der Arztpraxis und in der Apotheke. |